Getestet wurden 26 Lebensmittel, bis auf eine Ausnahme alle in Bio-Qualität. Das Test-Ergebnis: Bei drei Bio-Produkten und dem konventionellen Produkt rät das Magazin vom Kauf ab; in zahlreichen Produkten wurden Mineralölrückstände nachgewiesen, in einem Produkt gentechnisch veränderte Bestandteile.

Nicht so bei unserer Grill-Schnecke: Sie erhielt das Gesamturteil „gut“ – für uns eigentlich ein klares „sehr gut“, denn bemängelt wird einzig und allein unser Einsatz von Bio-Hefeextrakt. Das gibt sofort eine Note Abzug – mit der absurden Begründung, dass Hefeextrakt Glutamat enthält.

Folgt man dieser Argumentation, so müsste man quasi davor warnen, überhaupt zu essen: Glutamat ist schlicht in allen eiweißhaltigen Lebensmitteln vorhanden. Und Wheaty enthält noch nicht einmal viel davon: Der Glutamatgehalt in Wheaty-Produkten ist mit durchschnittlich knapp 0,8 Prozent nur halb so hoch wie etwa beim Reis und nur rund ein Viertel so hoch wie bei Fleisch – er entspricht etwa dem natürlichen Glutamatgehalt von Lauch. Traditionell wird Seitan in einer Lake mit Sojasauce gekocht – diese enthält doppelt so viel natürliches Glutamat wie Hefeextrakt! So wie beim Reifen der Sojasoße oder dem Reifen von Käse, insbesondere bei Hartkäse wie Parmesan, natürliches Glutamat entsteht, entsteht bei der Fermentation (genaugenommen: Autolyse) von Hefe natürliches Glutamat.

Wir würden von Öko-Test gerne einmal wissen, wo der Unterschied sein soll und weshalb das Seitan-Produkt einer anderen Firma, das Sojasauce enthält, nicht abgewertet wurde – für uns ein willkürliches Vorgehen! Leider hat Öko-Test sich bislang, was das Thema Hefeextrakt angeht, damit hervorgetan, nicht belegbare Behauptungen aufzustellen und auf Kritik nicht zu reagieren. Schon zweimal haben wir zum Thema bei Öko-Test angefragt und nie eine Antwort erhalten; unsere offenen Briefe zum Thema finden sich hier und hier.

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