Weitgehend bekannt ist, dass bei der Auswahl der Rohstoffe für die Wheaty-Produkte sowie in unserem Produktionsprozess auf Nachhaltigkeit gesetzt wird. Nun kam es der Geschäftsführung darauf an, die verheerdenden Auswirkungen der Fleischproduktion auf die Umwelt herauszustellen. Das Bewusstsein der Beschäftigten sollte dafür geschärft werden, dass die Firma bereits dadurch einen Beitrag gegen den „Klimakiller Schnitzel“ leistet, dass sie schmackhafte Alternativen zu Fleisch entwickelt und anbietet. Es wurde deshalb ein Infoabend organisiert, zu welchem alle Beschäftigten eingeladen waren.

Wem war noch vor wenigen Jahren wirklich klar, dass zur Herstellung von einem Glas Milch 200 Liter Wasser verbraucht werden? Dass die Produktion eines einzigen Rindersteaks gar stolze 7000 Liter schluckt? Erst seit relativ kurzer Zeit werden solche Zusammenhänge intensiver diskutiert. Auch für den Treibhauseffekt wurden über eine lange Zeit hinweg ausschließlich Verkehr und Industrie verantwortlich gemacht; erst in den letzten Jahren tritt zunehmend in den Fokus der Forscher, dass die Tierindustrie bei weitem mehr CO2-Äquivalente erzeugt als der gesamte Verkehr. Die Schlussfolgerung ist klar: Je weniger tierische Produkte produziert werden, desto mehr wird das Klima geschützt. Eine wesentliche Reduzierung des Treibhauseffektes wäre nach der Einschätzung der UNO nur möglich mit einer grundlegenden weltweiten Ernährungsumstellung – weg von Tierprodukten.

Einen doppelten Effekt auf das Klima hat die zunehmende Ausbreitung von Weideland für Rinder und Anbauflächen für deren Futtermittel in Lateinamerika: Das von Bakterien in Mägen von Wiederkäuern produzierte Methan ist eines der stärksten Treibhausgase; für die benötigten Flächen wird außerdem Regenwald zerstört. Dieser aber reguliert das Klima, indem er Wasser an die Atmosphäre abgibt. Die Brandrodung verursacht zusätzliche CO2-Emissionen. Eine der Hauptursachen für die Abholzung des Amazonas ist neben der Gewinnung von Weideland für Rinder der Anbau von Soja für die Tierindustrie: 80 Prozent der weltweit angebauten Sojabohnen werden zu Futtermittel verarbeitet. Das ist inzwischen ein riesiges Geschäft – führend beteiligt sind einige große Konzerne, die, wie Greenpeace gezeigt hat, Soja von Farmern kaufen, die an illegaler Landaneignung, Rodung und Sklaverei beteiligt sind.

Unser Firmenversprechung lautet: Für die Gewinnung unserer Rohstoffe findet keine Naturraumzerstörung statt; weder werden Urwälder abgeholzt, noch Menschenrechte verletzt, noch werden lange Transportwege in Anspruch genommen. Firmengründer und Wheaty-Erfidner Klaus Gaiser kommentierte die Eindrücke, die der Abend vermittelt hatte, mit den Worten: „Es gibt offensichtlich nicht nur globalökologische, sondern auch globalökonomische Auswirkungen der Fleischproduktion, die – man muss es beim Namen nennen –, auch wenn sie legal sind, verbrecherischen Charakter haben. Umso stolzer macht es uns, Teil der Gegenbewegung zu sein.“

„A substantial reduction of impacts would only be possible with a substantial worldwide diet change, away from animal products“ (UNEP: Assessing the Environmental Impact of Consumption and Production. Priority Products and Materials, 2010, S. 82).

World Watch Institute: Lifestock and Climate Change, 2009.

Greenpeace: Wir essen Amazonien auf, 2006.